AKTIVER ERZABBAU AM ERZBERG



Der Erzberg ist der größte Tagbau Mitteleuropas, die bedeutendste Erzlagerstätte der Alpen, Symbol der Industrialisierung Österreichs, und zentraler Bestandteil der Eisenstraße. Seit mehr als 1300 Jahren wird am Steirischen Erzberg Gestein abgebaut. Sein heutiges Aussehen erhielt der Berg mit der Einführung des stufenförmigen Tagbaues ab 1890. Bis heute wird mit modernster Tagbautechnik das etagenförmige Antlitz tagtäglich geschärft. Im stufenförmigen Tagbau wird eine jährliche Gesamtmenge von 12 Millionen Tonnen Gestein gewonnen. Wie? Natürlich mit täglichen Sprengungen.

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3 MILLIONEN TONNEN FEINERZ PRO JAHR

Mit insgesamt 230 Mitarbeitern werden im etagenförmigen Tagbau jährlich etwa 12Millionen Tonnen Gestein gewonnen und zu 3 Millionen Tonnen Feinerz verarbeitet, wobei ein digitales Lagerstättenmodell Aufschluss über die unterschiedlichen Erzqualitäten vor Ort gibt, und so bei der jährlichen Planung des Abbaus hilft.

Damit gesprengt werden kann, müssen zuvor vor Ort drei Imlochhammer-Bohrmaschinen der Firma Atlas Copco Type ROC L8 mit 25 bar Druck und einer Nettobohrleistung von bis zu 30 Meter pro Stunde etwa 27 Meter tiefe Löcher in die Etagen des Berges bohren. Nachfolgend werden die Bohrlöcher mit einem direkt vor Ort hergestellten, flüssigen Emulsionssprengstoff und losem ANFO-Sprengstoff  gefüllt. Verwendet wird dazu der Universal-Mixing Pumpwagen der Firma Maxam Österreich, der bis zu sechs verschiedene Sprengstoffsorten erzeugen kann. Notwendig ist dies aufgrund der unterschiedlichen Gebirgstypen, auf die man am Erzberg trifft.

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GRÖßTE INDUSTRIEMASCHINEN IN MITTELEUROPA

Bei einer Sprengung werden etwa 80.000 Tonnen Gestein aus dem Gebirge gelöst. Ein Teil dieser Menge ist taubes Gestein, welches keinen nutzbaren Rohstoff enthält und daher abgefördert werden muss. Der andere Teil ist das erzhältige Gestein, das vor dem Versand zu den Hauptkunden – voestalpine Stahl Donawitz GmbH & Co KG und voestalpine AG mit Sitz in Linz – am Erzberg noch weiter verarbeitet werden muss. Im ersten Schritt wird das hereingesprengte Gestein von Schwerlastkraftwagen (SLKW) mit einer Nutzlast von 120 Tonnen vom Sprengort Richtung Großbrecher transportiert. Beladen wird die Mulde des Schwerlastkraftwagens von Radladern mit einem Schaufelinhalt von 11-13 m³. 3 bis 4 Schaufeln reichen völlig aus, um die Mulde zu befüllen. Für die Förderung des hereingeschossenen Materials sind derzeit 13 Schwerlastkraftwagen (Komatsu HD 985-5 und Komatsu HD 785-7), sowie 5 Radlader des Types Komatsu WA-800-3 im Einsatz. Zusätzlich steht ein Hydraulikbagger der Type Komatsu PC 1250 mit 125 Tonnen Einsatzgewicht und einem Löffelinhalt von 7 m³ für die Ladetätigkeit zur Verfügung.

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GROßBRECHERANLAGE

Zur Weiterverarbeitung werden die großen Gesteinsbrocken, die bis zu einem Meter Durchmesser aufweisen können, zur Großbrecheranlage mit den Schwerlastkraftwagen gebracht. Dort angekommen, stürzt der Schwerlastkraftwagen die Roherzgesteinsbrocken rücklings in den Kreiselbrecher der Großbrecheranlage. Innerhalb von nur sechs Minuten werden die Gesteinsbrocken von bis zu einem Meter auf kleiner 15 Zentimeter Durchmesser gebrochen. Das zerkleinerte Material wird je nach Eisengehalt anschließend in zwei Aufbereitungslinien verarbeitet. Konkret bedeutet das, dass das eisenreichere Roherz auf Waschsieben vom Feinanteil mit minderer Qualität befreit, und das eisenärmere Roherz mittels Schwertrübescheidung aufbereitet wird. Schwertrübescheidung heißt, dass mithilfe einer Schwertrübe (Flüssigkeit) das dichtere vom spezifisch leichteren Gestein getrennt wird. So kann das schwere Erz von leichtem Nebengestein, wie etwa Kalkgestein, gelöst werden. Die weitere Verarbeitung des Erzes erfolgt in der Nachbrech- und Siebanlage, in der die nunmehr 10 Zentimeter Gesteinsbrocken auf Erzkörner mit maximal 10 Millimeter Durchmesser zerkleinert werden.

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VERSANDFERTIGES PRODUKT: DAS FEINERZ

In einem Mischbeet homogenisiert und zwischengelagert, wird das qualitätsvolle und nun versandfertige Produkt (Feinerz) mittels eines talüberspannenden Förderbandes zur Bahnverladestation befördert und anschließend an unsere Kunden verschickt. 3 Millionen Tonnen feinstes Eisenerz vom Steirischen Erzberg können so jährlich in Linz und Donawitz zu hochwertigem Stahl weiterverarbeitet werden.

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